Meine Philosophie – Trainer Lothar Matthäus
Als Fußballer hat er beinahe die ganze Welt gesehen und auch als Trainer ist Lothar Matthäus schon weit gereist. Doch was ist eigentlich sein Erfolgsgeheimnis? Hat er sich Erfolgsrezepte von Vorbildern geklaut? Ganz im Gegenteil. Lothar Matthäus hatte zwar das Glück, mit Trainern wie Franz Beckenbauer, Udo Lattek, Ottmar Hitzfeld, Giovanni Trapattoni oder Otto Rehhagel zusammenarbeiten zu können, würde aber niemals jemanden kopieren: „Dazu bin ich zu eigensinnig und will meinen eigenen Weg gehen.” Sicherlich schaut man sich das eine oder andere ab, durch seine eigenen Erfahrungen hat er sich allerdings seine ganz eigene Strategie zurechtgelegt. Spaß am Beruf zu haben und sich immer verbessern wollen, ist seine Devise. Und genau das versucht er auch erfolgreich umzusetzen.
Mit dem Blick nach vorne setzt Lothar Matthäus auf eine offensive Spielweise, denn wer will nicht gerne hoch und eindeutig gewinnen? Dabei darf man sich auf dem Platz nicht einschüchtern lassen, sondern muss dem Gegner sein Spiel aufzwingen: „Lieber agieren als reagieren“, sagt er. Einfacher gesagt als getan, doch dafür ist ein Trainer da. Werte wie Selbstdisziplin, der Wille zum Sieg und die ständige Bereitschaft, sich verbessern zu wollen, müssen der Mannschaft vermittelt werden und letztendlich von jedem Einzelnen abverlangt werden können. Um dies auch zu erreichen „pack ich sie an ihrer Ehre“, gesteht Matthäus. Er provoziert seine Spieler, indem er ihnen sagt, sie würden eigentlich besser Fußball spielen können, als sie es im Training oder Spiel gezeigt haben. Er meint jedoch, wenn man Fußball seit seiner Kindheit liebt und jeden Tag enorm Spaß an dieser Sportart hat, so wie er, braucht man sich eigentlich nicht motivieren. Auch die Kommunikation und Kondition auf und außerhalb des Platzes schreibt er groß. Nur wer miteinander redet, kann Probleme lösen und den Zusammenhalt stärken – fehlt die Kondition, entsteht Unkonzentriertheit und das Spiel läuft nicht mehr rund.


